GHV - Gewerbe- und Handelsverein Sindelfingen e. V.

Der GHV engagiert sich für die Belange der lokalen Handwerksbetriebe, der ortsansässigen Hotel- und Gastronomiebetriebe, des innerstädtischen Einzelhandels sowie für den Wochenmarkt und für die Dienstleister und Freien Berufe in Sindelfingen in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Stadtverwaltung Sindelfingen, den Gemeinderatsfraktionen und der Wirtschaftsförderung.

 

Der GHV und seine Fachgruppen arbeiten in den verschiedensten Projekten wie z. B.: Vergabeordnung, Aktionen auf dem Wochenmarkt,  Verkaufsoffener Sonntag, Feuerabend - Lange Einkaufsnacht.

 

In Sindelfingen ist immer viel geboten, viel Spaß beim Besuch unserer Seiten.

Das Goldbach Quartier und die Innenstadtentwicklung - unsere Stellungnahme an die Verwaltung und die Fraktionen im Gemeinderat:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

in der Gemeinderatssitzung am 21.07.2020 wurde im Rahmen der IBA-Projekte das Projekt „Gold- bach Quartier“ von Breuninger vorgestellt. Breuninger wird in dieses Projekt über 500 Mio. Euro in- vestieren und damit sein Unternehmen am Standort Sindelfingen zukunftsfähig machen.

 

Der GHV Sindelfingen e.V. steht diesem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber – mit einer Investiti- on in dieser Größenordnung haben wir nicht gerechnet und sind beeindruckt. Der Wirtschaftsstand- ort Sindelfingen wird profitieren, die Diversifikation voranschreiten und der städtische Haushalt vielleicht ein stückweit krisensicherer. Auch einige unserer Mitglieder im direkten Umfeld werden von der Entwicklung profitieren.

 

Daher sehen wir uns nicht als „Verhinderer“ und wollen einem Projekt, das für den gesamten Wirt- schaftsstandort weitreichende Auswirkungen haben wird, nicht im Wege stehen. Vielmehr wollen wir uns positiv einbringen und den Prozess aktiv mitgestalten, damit eine Koexistenz möglich bleibt und negative Auswirkungen für unsere Mitglieder abgefedert werden.

 

Wir stellen uns bei dem Projekt einige Fragen, die man im Vorfeld sicherlich mit der Verwaltung und dem Gemeinderat diskutieren muss.

 

 

Büroflächen: In direkter Umgebung entstehen bereits umfangreiche Büroflächen, bei denen nicht sicher ist, ob sie jemals vermietet werden, auch bei Bitzer sind die Flächen noch lange nicht vermietet. Wer also soll in 7 Jahren weitere Büroflächen für 7.000 Arbeitsplätze nachfragen?

 

Die Automobilindustrie befindet sich in der Krise, der Standort Sindelfingen ist besonders hart betrof- fen. Mit dem Trend zum E-Auto und der deutlich verkürzten Wertschöpfungskette geht ein Abbau an Arbeitsplätzen einher – und in der Folge eine sinkende Nachfrage nach Büroflächen. Die Coronakrise dürfte bis 2027 zwar überwunden sein, allerdings gehen wir davon aus, dass der Trend zum Home- office auch nach der Krise bleibt, die Nachfrage nach Büroflächen nachhaltig sinkt.

 

Wie sieht Breuninger das und an wen sollen die Flächen vermietet werden? Wir möchten vermeiden, dass durch dieses Projekt in Sindelfingen ein Überangebot an Büroflächen entsteht, das dem gesam- ten Markt schadet.

 

Hotelneubau: Verglichen mit 2019 (2.560 Betten) ist die Kapazität aktuell bereits auf ca. 3.500 Betten gestiegen. Weitere Großhotels sind in Bau oder Planung. Die Nachfrage ist coronabedingt um über 50% zurückgegangen. Wie beim Homeoffice sehen wir auch hier die Entstehung eines Megatrends hin zu Videokonferenzen etc., der nachhaltig die Nachfrage nach Businesshotelbetten reduziert.

 

Die aktuelle Gästestruktur besteht aus 70 – 80% Geschäftsreisenden. Messegäste aus Stuttgart fin- den kaum noch den Weg nach Sindelfingen weil das Hotelangebot rund um die Landesmesse enorm zugenommen hat.

 

Wer soll in dem Hotel übernachten? Gibt es Alternativen? Wir möchten das Entstehen eines Überangebots und ein daraus resultierendes Hotelsterben in Sindelfingen vermeiden.

 

Sowohl bei der Hotellerie, als auch bei Anbietern von Büroflächen sehen wir die Verwaltung und den Gemeinderat in der Pflicht, ihre angesiedelten Betriebe zu schützen, vor allem in der sich bereits jetzt abzeichnenden Entwicklung!

 

Wohnbebauung: Diese Planungen haben uns am meisten überrascht, wir befürworten ausdrücklich die Bebauung der frei werdenden Parkplatzflächen – allerdings können wir uns in diesem Gebiet Wohnbebauung kaum vorstellen. Sindelfingen hat aber einen erheblichen Mangel an Gewerbeflä- chen! Wir schlagen vor, die Parkplatzflächen in Gewerbegebiet umzuwandeln, um ansässigen Unter- nehmen Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten und neues Gewerbe anzusiedeln. Das würde auch zum Gebiet passen und das gesamte Gewerbegebiet erheblich aufwerten.

 

Unabhängig davon, wie sich das Projekt bis zur Fertigstellung entwickelt, gilt es, sich jetzt auf die neue Situation nach der Eröffnung des Goldbach Quartier einzustellen. Im Wesentlichen wird die Stadtmitte vom deutlich stärkeren Wettbewerb betroffen sein, vor allem Handel und Gastronomie. Auf der Klausurtagung am 15./16.11.2019 hat sich der Gemeinderat mit den 6 Säulen des Innen- stadtversprechens auseinandergesetzt.

 

„Handel & Versorgung“ sind in der Sindelfinger Innenstadt im Verhältnis zu vergleichbaren Städten deutlich schwächer ausgeprägt. Das liegt ganz wesentlich an der starken Konkurrenz durch Breunin- ger in den letzten 40 Jahren. Breuninger betreibt das Shoppingcenter sehr professionell, hat sehr attraktive Mieter und ein Sortiment, das eine große Strahlkraft weit über die Region hinaus besitzt.

 

Die Entwicklung im innerstädtischen Handel in Sindelfingen ist hingegen eher schwierig. Einige Flächen stehen leer und sind nur schwer neu zu vermieten. Es ist aber nicht alles schlecht, was Handel und Versorgung in der Innenstadt angeht: So funktioniert die Nahversorgung sehr gut. Und speziali- sierte Fachgeschäfte mit klarer Serviceorientierung entwickeln sich gut und sind in der Lage, sich auch ohne hohe Frequenz Nachfrage zu schaffen. Sie besetzen Nischen, die von Breuninger nicht abgedeckt werden und sind damit erfolgreich. Neuansiedlungen wie Kevin Kugel machen Hoffnung und entsprechen genau dem Geschäftsmodell, das in der Innenstadt funktioniert.

 

Ein weiteres Ergebnis der Klausurtagung war die Erkenntnis, dass in der Stadtmitte die Säulen Wohnen, Arbeit, Bildung & Entwicklung sowie Gemeinschaft & Teilhabe gut ausgeprägt sind und weiter ausgebaut werden sollen. Wenn das Goldbach Quartier allerdings so entsteht, wie es bei der Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde, werden diese Stärken unter Druck geraten. Im geplanten Goldbach Quartier sind viele Funktionen einer urbanen Stadtmitte stark ausgeprägt und wir erwarten vom Gemeinderat eine kritische Prüfung, inwieweit das die Stadtmitte im Sinne einer Koexistenz beider Stadtteile langfristig verkraften kann. Wir wollen vermeiden, dass in 10 oder 15 Jahren die in der Stadtmitte gut vertretene und attraktive Gastronomie eine ähnliche Entwicklung nimmt, wie heute der Handel.

 

Ein Ergebnis der Gemeinderatsklausur war der Zielbildprozess Innenstadt – dieser Prozess sollte bereits angelaufen sein, hinkt aber dem Zeitplan schon hinterher. Es ist leicht, in der Pandemie den Schuldigen zu suchen, allerdings hat für uns der Zeitdruck seit dem 21.07.2020 enorm zugenommen. Wir nehmen uns, den Gemeinderat (alle Fraktionen haben sich ja im Wahlkampf zur Belebung der Innenstadt bekannt) und vor allem die Verwaltung in die Pflicht. Wir wollen hier nicht das nächste Immakom-, Lademann-, Klotz-, GFK-Gutachten oder wofür sonst noch Steuergeld ausgegeben wurde, in der Schublade verschwinden sehen. Wir brauchen jetzt Ergebnisse und Maßnahmen, wir müssen jetzt schnell in die Umsetzung kommen. Sonst schaffen wir es nicht, die Innenstadt in 7 Jahren auf die neue Situation vorzubereiten!

 

Wir haben bereits konkrete Vorstellungen vom Prozess und diese im Rahmen der Informationsveran- staltung zur Exkursion nach Biberach, Ravensburg und Nagold erläutert: Wir sehen den Prozess in drei zeitlichen Dimensionen: Kurzfristig (in 1 bis 3 Jahren) sollten erste Maßnahmen umgesetzt und Planungsprozesse angestoßen werden, die dann mittelfristig (in 3-7 Jahren) oder langfristig (in 7-20 Jahren) umgesetzt werden.

Kurzfristig 1-3 Jahre:

 

Die Stadtmitte Sindelfingens ist relativ groß und weit auseinander gezogen. Um kurzfristig Erfolg zu haben, ist es wichtig, sich zunächst auf ein bestimmtes Gebiet zu konzentrieren. Wir sehen den S- Bahnhof als Stadteingang und Frequenzbringer und würden uns davon ausgehend auf die Achse Mercedesstraße, Planiestraße mit dem Marktplatz und der Unteren Vorstadt bis zum Wettbachplatz konzentrieren. Mit der bevorstehenden Entwicklung des Volksbank- und Postareals würden wir die Grabenstraße und Untere Torgasse noch in das Entwicklungsgebiet einbeziehen.

Unsere Ideen:

 

  • Anpassung der Bebauungspläne, sodass in den Erdgeschosslagen nur noch Gastronomie und Handel zugelassen werden – sowohl bei Neubauten als auch bei Nutzungsänderungen. Also keine weiteren Friseure, Immobilienmakler, Versicherungsbüros!
  • Die konsequente Ausübung von Vorkaufsrechten, um durch Zusammenlegung von Gebäuden langfristig neue, attraktive Erdgeschossflächen zu schaffen.
  • Installation eines städtisches Leerstands- und Immobilienmanagements mit der Zielsetzung, neue attraktive Geschäftsflächen im Entwicklungsgebiet Stadtmitte zu schaffen und mit inhabergeführten stark serviceorientierten Fachgeschäften und modernen Hybridgeschäften, (also Mischformen aus Handel und Gastronomie oder Handwerk und Handel) zu besetzen.
  • In städtischen Immobilien die Ansiedlung von modernen Start-up-Unternehmen und Existenzgründern, die eine Zeit lang bei der Miete unterstützt werden. Beispiele wären ein Skateboardladen mit Jugendcafe oder Kombinationen von Online- und stationärem Handel. Man kann viel tun, aber man muss es auch wollen!

 

Die letzte Aufgabe ist sicherlich die schwierigste und wichtigste im ganzen Prozess – das Leerstands- und Immobilienmanagement ist bei der WSG unterrepräsentiert. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass das nur eine von vielen Aufgaben eines einzigen Mitarbeiters ist. So kann das nicht funktionieren!

 

Wir brauchen mindestens eine Person, die sich intensiv und jeden Tag um das Leerstands- und Im- mobilienmanagement kümmert. Darunter verstehen wir die intensive Kontaktpflege zu Immobilien- besitzern, um bei Kündigungen von Ladengeschäften frühzeitig nach Nachfolgern oder nach neuen passenden Mietern suchen zu können. Also durchaus Makler-ähnliche Tätigkeiten, allerdings für Vermieter und Mieter kostenlos. Diese Person muss Ansprechpartner Nummer 1 für Vermieter und Mieter sein. Im Bereich Immobilienmanagement sehen wir die Aufgabe ebenfalls in einem intensiven Austausch mit Immobilienbesitzern mit dem Ziel, diese zu Investitionen zu bewegen, vom Vorteil langfristiger Partnerschaften mit Gewerbemietern durch angepasste Mietforderungen zu überzeu- gen, durch Zusammenlegungen von Flächen neue, attraktive Handelsflächen zu schaffen und diese zu vermarkten. Da passiert momentan in Sindelfingen wenig bis nichts! Die lange, ergebnislose Geschichte der unteren Planiestraße ist eines von mehreren Beispielen, das die Erfolglosigkeit der Bemühungen der letzten 20 Jahre gut beschreibt. So können und wollen wir nicht weitermachen.

 

Fließender Verkehr: Wir benötigen ein neues und schlüssiges Konzept, das den Veränderungen durch die S-Bahnanbindung gerecht wird. Unsere Vorstellungen:

 

  • Verkehrsberuhigungen in der Planiestraße, am Wettbachplatz und nach der Bebauung des Volksbank und Postareals auch in der Gartenstraße.
  • Sicherstellung der Erreichbarkeit der Tiefgaragen und oberirdischen Parkplätze für die Besucher der Innenstadt.
  • Aufgrund des Verkehrsaufkommens in Nord-Süd-Richtung in der Ziegelstraße und in der Bachstraße: Kanalisierung des Durchgangsverkehrs um die Innenstadt herum – durch eine geeignete Umgehungsstraße oder Tunnellösung. Dass das nicht kurzfristig umgesetzt werden kann ist vollkommen klar – aber wer mit der Planung nicht beginnt, erreicht auch keine Ziele.

Die Parksituation sehen wir in der Innenstadt recht positiv. Wir wünschen uns bei den oberirdischen Parkplätzen allerdings eine andere Gebührenpolitik:

 

  • Die erste halbe Stunde sollte kostenlos oder sehr günstig sein ("Brezeltarif")
  • Längeres Parken (max. 2 Stunden) sollte oberirdisch deutlich teurer sein, als in der Marktplatz- Tiefgarage. Dadurch sollten immer Parkplätze für Besucher und Kunden frei sein.
  • In der Marktplatz-Tiefgarage würden wir sofort die Dauerparkverträge kündigen, dies wird im Rahmen der Sanierung der Tiefgarage und der damit verbundenen Halbierung der Parkplatzkapazität sowieso notwendig. An Markttagen kommen wir bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen und durch diese Maßnahme stehen Kurzzeitparkplätze vor allem im ersten und zweiten Untergeschoß für Marktbesucher, Kunden und Besucher der Innenstadt zur Verfügung.
  • Anpassung der Preisstruktur, um das Parken für Kurzzeitbesucher der Innenstadt in der Tiefgarage attraktiver zu machen. Die ersten 2-3 Stunden sollten relativ günstig sein, um z.B. auch Patienten beim Arztbesuch günstiges Parken zu ermöglichen, danach sollte der Stundensatz allerdings empfindlich erhöht werden. Parallel müssen neue Parkmöglichkeiten in der Peripherie der Innenstadt für Angestellte und Anwohner ohne eigene Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Wir könnten uns gut ein aufgeständertes Parkhaus für Dauermieter im Bereich des Floschenstadions und/oder der Stadthalle vorstellen. Das Geld für die abgelösten Stellplätze müsste dafür zur Verfügung stehen. Von dort aus wären die Arbeitsplätze in der Innenstadt, dem Rathaus und den Wohnungen in der Altstadt bequem in 5 Minuten zu Fuß erreichbar. Auch sollten die Tiefgaragen des Sterncenter und des Domos in die Betrachtung mit einbezogen werden.

 

 

Die Altstadt hat sich in den letzten 20 Jahren vor allem auch durch Investitionen seitens der Stadt und der Wohnstätten zu einem wahren Juwel entwickelt. Dieses Engagement begrüßen wir aus- drücklich und hoffen, dass die Entwicklung anhält. Um einen noch größeren positiven Effekt auf die Belebung der Stadtmitte zu erzielen, wünschen wir uns neben reiner Wohnbebauung auch die An- siedlung von verträglicher Gastronomie und kleingliedrigem Handel. Vor allem durch Mischformen aus Handel und Handwerk – beispielsweise Schuhgeschäfte mit Schuhmacherei und Boutiquen mit Schneidereien/Costumizing, Cafés mit Kaffeerösterei, Tabakwaren, Spirituosen, Gin-Produktion, Feinkost mit kleiner Gastronomie… Die Verknüpfung von Erlebnis-Handel mit Gastronomie und Handwerk würde die Altstadt weiter aufwerten.

 

Mittelfristig 3-7 Jahre:

 

Das zentrale Projekt in der Innenstadt ist unserer Meinung nach die Bebauung des Post- und Volksbankareals. Diese Bebauung kann die Achse S-Bahnhof-Marktplatz-Planiestraße ganz erheblich auf- werten und die Attraktivität der Innenstadt verbessern. Als Nutzung stellen wir uns in den Erdgeschosslagen im wesentlichen Handel und Gastronomie vor, darüber das Kultur- und Bürgerzentrum, darüber Arztpraxen, Büros und hochwertige Wohnungen.

 

Das Gebäude sollte nicht an Investoren veräußert werden, sondern – zumindest die Erdgeschosslage– in städtischer Hand, beispielsweise der Wohnstätten bleiben. Damit wären wir in der Lage, über den Mietpreis gezielt fehlende Sortimente und inhabergeführte serviceorientierte Fachgeschäfte zu fördern und anzusiedeln. Anders wird die Ansiedlung und Verbesserung des Branchenmix in der Innenstadt nicht funktionieren. Hier sollte auch zügig in die Planung eingestiegen werden. Unsere Ziel- setzung ist, dass mit dem Abriss und der Bebauung begonnen werden kann, sobald der Mietvertrag mit der Post ausgelaufen ist. Das Projekt sollte abgeschlossen und besiedelt sein, bevor das Projekt Goldbach Quartier abgeschlossen ist.

 

Der Wochenmarkt ist wie die Altstadt eine Perle der Innenstadt. Er zieht Menschen aus der ganzen Region an, die Frequenz ist an Markttagen deutlich erhöht. Leider findet der Markt nur drei Mal in der Woche statt. Unser Wunsch ist, im Rahmen der Tiefgaragensanierung und Neugestaltung der Marktplatzoberfläche in eine Planung für eine ganze oder teilweise Überdachung des Marktplatzes einzusteigen – mit dem Ziel eines dauerhaften Marktes oder einer Markthalle.

 

Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Städte Biberach, Ravensburg und Nagold ist das Vorhandensein einer Hochschule in der Stadtmitte. Diese Hochschule würde zu einer weiteren deutlichen Steigerung der Frequenz in der Innenstadt und dadurch zu einer deutlichen Belebung führen. Wir könnten uns das sehr gut im Sterncenter vorstellen, Gespräche mit dem Centermanagement haben bereits stattgefunden und wir sind sehr auf offene Ohren gestoßen. Es müsste doch am Technologiestandort Sindelfingen gemeinsam mit den ansässigen Unternehmen möglich sein, eine oder mehrere Hoch- schulen anzusiedeln. Wir wünschen uns, dass die Verwaltung hier tätig wird und Anstrengungen unternimmt, mittelfristig eine oder mehrere Hochschulen in der Innenstadt anzusiedeln.

 

Langfristig 7-15 Jahre

 

Langfristig sehen wir zwei große Projekte, mit deren Planung wir jetzt beginnen sollten, um sie in 15 bis 20 Jahren umsetzen zu können:

 

  • Verlegung des Busbahnhof an die S-Bahn. Dazu sollte die Hans-Martin Schleyerstraße an der S- Bahn tiefer gelegt werden und eine Platzsituation geschaffen werden, über die die Passanten von der S-Bahn in die Innenstadt und umgekehrt ungehindert strömen können. Der freiwerdende Busbahnhof kann dann entsprechend bebaut werden, um den Stadteingang von der S-Bahn in die Innenstadt attraktiv gestalten zu können.
  • Schaffung einer Umgehung der Innenstadt in Nord-Süd-Richtung und umgekehrt. Das starke Verkehrsaufkommen ist wesentlich für die Entwicklung in der Ziegelstraße und rund um das Domo. Diese Planung muss gemeinsam mit Kreis und Land jetzt begonnen werden, sonst wird es mit der Umsetzung nie etwas.

„Kultur des Wollens“ erforderlich – wir sind bereit!

 

Alle aufgezählten Maßnahmen können kurzfristig angegangen oder kurzfristig in Planungen integriert werden, um sie mittel- oder langfristig umzusetzen. Viele Punkte sind auch nicht neu, sondern schon lange in der Diskussion, aber nie umgesetzt. Insgesamt fehlt unserer Meinung nach in Sindelfingen eine „Kultur des Wollens“, um Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Wir haben auch das Gefühl, dass es keine gemeinsame Zielsetzung zwischen Innenstadtakteuren, Stadtverwaltung und Gemeinderat gibt. Vielmehr wird sich gegenseitig die Schuld für die gegenwärtige Situation in die Schuhe geschoben. Es fehlt eine Vertrauensbasis für Zusammenarbeit und gemeinsame Ziele.

 

In letzten 30 Jahren wurde viel Geld ausgegeben für Planungen – wie Lademann, Päsch, Klotz, Immakom, Innenstadt Entwicklungskonzepte, GFK-Gutachten, ECHT-Stadt Prozess und so weiter. Es wird auch viel Geld für Eventmarketing durch CMS ausgegeben. Es wurden aber keine zukunftsweisenden Investitionen getätigt, Planungen umgesetzt und eine Entwicklung angeschoben, die die Situation in der Innenstadt nachhaltig verbessert. Im Zielbild Innenstadtprozess sehen wir die Chance, gemein- same Ziele als Basis für eine fortschreitende Entwicklung zu formulieren. Wir wollen uns aktiv ein- bringen und gemeinsam mit Verwaltung und Gemeinderat die notwendigen Entwicklungen und Maßnahmen anstoßen. Das kann aber nur funktionieren, wenn wir auf einer partnerschaftlichen Ebene fair und offen miteinander umgehen. Wir sind dazu bereit, wir hoffen Gemeinderat und Verwaltung auch!

 

Wir würden uns gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen über unsere Anregungen und Überlegungen austauschen und freuen uns über einen zeitnahen Termin.

 

Oktober/November 2020

 

 

Mit freundlichen Grüßen                            Mit freundlichen Grüßen                            Mit freundlichen Grüßen

 

gez.                                                      gez.                                                      gez.

 

Herrmann Ayasse

Robert Klotz

Henning Mezger

(Vorsitzender)

(stellv. Vorsitzender)

(FG-Sprecher Handel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

+++ Informieren Sie sich über die aktuellen Themen, Events und Termine des GHV
auch bei Facebook, Twitter

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© GHV Sindelfingen